Digedon
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Ptero
Variant-Rezi aus Digedon 12
233
 Der Fluch des Lagomorphen
 April 2002
Eines der fröhlichsten und farbenfrohesten Cover im gesamten Dixeversum, finden die Leute – zumindest  wenn sie mit Vornamen Morticia oder Gomez heißen. Wir sehen eine blumenbestandene Wiese, von Eichenlaub überschattet und voller im warmen Sonnenlicht tanzender Schmetterlinge. Darüber hoppelt ein luschtiges Schnupperhäschen, oben kreist ein humorvoll-nachsichtiger Kolibri. Mehr gute Laune geht nicht, Freunde der ballastreichen Ernährung!

Okay, nicht alle Blumenblüten haben sich bereits vollständig geöffnet, auch das eine oder andere Eichenblatt befindet sich noch im Knospenstadium. Aber hey, lasst den Pflanzen mal ihr eigenes Tempo. Irgendwie sind sie ja unsere Freunde. Nur ein wenig lahmarschig halt. Wo immer da jetzt der Pflanzenarsch …

Auch die Schmetterlinge halten sich sämtlich schamhaft hinter den Stämmen auf und das Häschen ist mehr so ein spaßiger Fake von einem unserer verschmitzten Digedags. Nämlich dem oberverschmitztesten und sich am ballaststoffreichsten ernährenden Dig. Da hoppeln unsere Gedanken mit, da ziehen wir unsere putzigen Schnuppernäschen kraus, da zittern uns pittoresk die Barthaare im Frühlingswinde und der kleine Puschelschwanz … ach, lassen wir das!

Was macht denn der dicke Lümmel eigentlich da in dieser frankensteinschen Kulisse, noch dazu gezwängt in einen mottenzernagten Bisampelz und mit einer Diether-Krebs-Erinnerungs-Zahnleiste in der grenzdebil grinsenden Gusche? Zusätzlich hüpfend wie ein verwachsener Ersatzderwisch im Veitstanz-Modus? Entsprang er einem Bloodhound Gang-Video?
Jagt ihn der Jägersmann mit dem Piff-Paff-Gewehr? Hat er ordentlich einen gekimbelt? Es bleibt so unklar wie die sprichwörtliche Powidldatschkerlnbrühe.

Der Fluch des  Lagomorphen Variantcover Mosafilm

Und was hat es mit diesem ominösen Fluch auf sich? Der Fluch des Albatros ist ja wohl nicht gemeint, auch nicht der des Ottokar Lilienthal. Und was soll ein Lagomorph sein? Der Lago Maggiore ist ja bekannt als Reichenplansche, auch Mr Magoo kennen viele Schweinchendickianer noch aus den PAL/SECAM-Zeiten. Aber von wegen Fluch – die Fluchhöhe beträgt doch maximal 30 Zentimeter über Grund! Und was ist ein Morph? Morph vom Orph (Nano-nano)? Morpheus aus der Unterwelt oder Morphinchen im Spritzenland?

Aber lasst dem doofen Dig doch sein brunzdoofes Geheimnis, wie er da so rumhuppt im kalten Baba-Jaga-Wald. Wenn ihr wirklich mal was voll abgefahren oberaffentittenendgeiles lesen wollt, bei dem man auch noch was lernen kann von lässigen Globetrottern und gut abgehangenen Gentlemen, dann lest lieber die
Tagebücher von Dag und Digedag (danke für den Fuffi, Jungs!). Diese supirealistischen Schilderungen schier unglaublicher Abenteuer tun gerade die Bestsellerlisten im Sturme erobern! Uns wurde großmütigst ein kleiner Vorabdruck auf den Seiten 41-54 gestattet, da kann man noch was lernen (Hoppla, noch 'n Fuffi)!

Ach so, ihr fragt, wie der Inhalt des gezeigten Heftes ist? Nachdem unsere Digedags sich auf ihren Altersruhesitz in Radebeul-Kötschenbroda zurückgezogen hatten, erreichte sie eine Anfrage des dortigen Kulturhauses, ob sie nicht bei einer Theateraufführung mitwirken mochten. Sie sagten zu, hatten sich aber ausbedungen, einen gespielten Witz ihrer Wahl auf die Bühne zu bringen. Der ging so: Hase, Fuchs und Bär sollen zur Volksarmee eingezogen werden, haben aber keine Lust. Um ausgemustert zu werden, versuchen sie es mit Selbstverstümmelung. Der Hase knipst sich seine langen Hasenlöffel ab, hüpft zur Musterung, kommt zurück und verkündet seinen Freunden: „Ausgemustert! Zu kurze Ohren!“ Der Fuchs, recht listig, knipst sich seinen buschigen Fuchsschweif ab, schnürt zur Musterung, kommt zurück und verkündet: „Ausgemustert! Zu kurzer Schwanz!“ Da jammert der Bär: „Uiuiui, ich hab doch schon kurze Ohren und einen kurzen Schwanz. Was mach ich nur?“ Da fällt ihm sein Gebiss ein. Er haut sich alle Zähne raus, tappt zur Musterung, kommt zurück und verkündet lispelnd: „Ausgemustert! Zu groß und zu schwer!“

Tja, Freunde der schwach befüllten Einkaufstasche, die Story geht so, würde ich sagen. Apropos gehen: Ich muss dann mal. Tschüssi!
Präsentiert von Mosafilm - mit freundlicher Genehmigung Frank Nietsch (Text & Variantcover).