Der lustige Digedon betrachtet dieses Werk aus seiner ganz eigenen Sicht ...
Digedon
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Orlando
Variant-Rezi aus Digedon Nummer 5,5
256
 Abenteuer im Zauberwald
 März 2004
Nach ihrem Stress mit Bhur Yham und der Rückkehr zur Erde wollten sich die Digedags durch Pilzesammeln am Untersberg ein wenig zerstreuen. Dabei gerieten sie in eine dieser örtlichen Dimensions-Anomalien und fanden sich urplötzlich im Zauberwald wieder. Bei der Transformation wurden die Burschen kurzzeitig getrennt, Dag und Digedag schlugen vor dem hühnerbeinigen Kabuff der Hexe Baba Jaga auf, die ob ihrer hervorragenden Kurzsichtigkeit die beiden für Aljona und Iwanuschka hielt (die sowjetische Version von Hänsel und Gretel) und beide in einem Käfig wegsperrte, um sie bis zur Schlachtreife aufzupäppeln. Dag verfügte ja schon über den Soll-BMI, Digedag wirkte hingegen noch viel zu spack und kränklich.

Die Hexe Baba Jaga entstammte der gleichen Blutlinie wie die berühmte Hexe Kaukau aus dem Spätzlesberger Forst (wir erinnern uns, dass der kleine Kucki einst der Hexe Nachttopf auf sein Wohl leerte - in der Annahme, es sei Spargeltee. Hexe Kaukau wurde von Laidchen, leider nicht CO2-neutral, ins ferne Walpurgistan geschickt.)

Der nun etwas verspätet eintreffende Dig konnte die Entführung gerade noch verinnerlichen. Eine Befreiung der beiden Kumpels erwies sich allerdings als nahezu unmöglich, denn der zweibeinige Schuppen wuselte ohne erkennbares Muster ständig auf der Lichtung umher. Der der Situation angemessene Zauberspruch
"Häuschen steh' mit dem Gesicht zu mir und dem Hintern zum Meer" funktionierte leider nicht, entweder fehlte das Meer oder die Türsprechanlage war im Eimer.

Abenteuer im Zauberwald Variantcover Mosafilm

Dig versuchte nun, im benachbarten Märchenwald Hilfe zu holen. Von Herrn Fuchs hörte er, dass die Hexe bei der kürzlichen Not-Sanierung ihrer Rumpelbude der Frau Elster die Füßlinge weggehext und sie als Ständer an ihre Laube montiert hatte. Seither hatte Herr Fuchs Fahrdienst und musste seine Freundin dauernd mit einer Schubkarre durch die Botanik schippern, was ihn gar nicht amüsierte. Frau Elster hingegen fand's schick. Auch der Trick mit Rotkäppchen schlug fehl. Sie sollte versuchen, die Hexe mit einer Buddel "Gotano" (Flüssiger Kopfschmerz) ins Delirium zu schicken. Die Alte war jedoch wegen absoluter
Fuselfestigkeit immun dagegen.
Und Rumpelstilzchen hatte seit seiner Enttarnung als IM einen Knoten in der Helix, d. h. ihm fehlten einige Latten am Zylinder und er war somit auch nicht zu gebrauchen.

Erst ein Abstecher ins MOSAversum (logisch) brachte Hoffnung für die zu Verspeisenden. Bei Scharlatanius waren zwar nur Rüstungsbalsam und Nebeltöpfe im Angebot, aber Horos Kopos konnte liefern. Vermittels seines beliebten Sauerampferspezificums (froschgrünsaure Hutzelweibelkraxenpurzelbaum-Tinktur hätte rein semantisch besser gepasst, aber der Zweck heiligt nun mal die Mittel) gelang es Dig, die Zentralachse des Hexenschuppens zeitnah wegzuätzen.

Die morsche Butze kippte unter lautem Rasseln des Inventars zur Seite. Olle Baba nutzte die allgemeine Verwirrung, verwandelte sich in einen sauren Drops und lutschte sich selber weg. Damit war auch der Bann gebrochen, genau wie der Käfig mit den halbfertigen Mast-Dagsen. Sogar Frau Elster kriegte zu ihrem Ärger die alten Hufe zurück, was Herrn Fuchs vor Freude im Quadrat springen ließ. Der spontan entstandene Dimensions-Wirbel brachte die Digedags wieder an ihren Ausgangspunkt zurück. Da Kobolde nicht altern, schnallten sie auch nicht, dass ein paar Monate vergangen waren. Oder doch? Es war Winter geworden und sie trugen noch Römerlatschen.
Präsentiert von Mosafilm - mit freundlicher Genehmigung von Roland Kern (Text) und Frank Nietsch (Variantcover).