Der lustige Digedon betrachtet dieses Werk aus seiner ganz eigenen Sicht ...
Digedon
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Orlando
Variant-Rezi aus Digedon Nummer 10
67a
 Affenzeck im Eiszeittal
 Juni 2002
Weil sich die Digedags wiederholt als Querulanten erwiesen hatten und die Einnahme des obligatorischen Algenmüslis verweigerten, verdonnerte sie Bhur Yham kurzerhand zum Küchendienst außer der Reihe. Besonders gemein: heute sollte ein Gedankenaustausch mit den Gremlins stattfinden.
Da auch Meister Schmor von der Häufigkeit der Möhrenexzesse angefressen war, sabotierte er das Rübenschnitzelwerk, die berüchtigte "Karottinette" und setzte einen "Tütensuppen-Tag" an. Aufgrund der so gewonnenen Freizeit überredete er Dig und Dag, aus ihrem "Buch unserer Abenteuer" zu predigen. Da ließen sich die beiden doch nicht dreimal bitten und packten ihre Erlebnisse als Geheimdienstler aus. Zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt: Sie waren noch jung und brauchten den Bimbes.

Noch bevor die Digedags Gelegenheit hatten, den Auftrag ihres späteren Chefs Eusebius Bruch zu vermerkeln und den harmlosen Obristen Meinrath in Misskredit zu bringen (der ihnen übrigens die Luschigkeit nachsah und sie später sogar als Adjudanten beschäftigte), hatten sie sich schon einmal mit mäßigem Erfolg an der Festungsspionage versucht.

Das war in Sachsen, wo die schönsten Mädchen wachsen. Objekt der Begierde waren ausnahmsweise aber nicht die Mädels, sondern die Festung Königstein am Strande der Elbe.  Sie sollten für den berüchtigten Geheimdienst Kackebäh (off säggsch: Schdosieh) die uneinsehbare Feste vermessen. Dabei gingen sie nach einem besonders perfiden Plan vor, der lange Planungen erfordert hatte.
Es war gar nicht so leicht, sich am "Königlichen Hoftheater" einzuschleusen und daselbst eine Anstellung als Vorsager zu erhalten. Zunächst musste ein Festungshäftling her. Den kreierten die Digedags höchtselbst, indem sie eine harmlose Hymne sächsischer Nationalbotanik derart verhunzt soufflierten, dass dem Geenich dor Draht aus dor Mitze flooch und ihm ein "Oorschwerbleede!" entfleuchte. Wegen Majestätsbeleidigung wurde Herr Mimerich sogleich verhaftet und in der besagten Festung verbunkert.

Affenzeck im Eiszeittal Variantcover Mosafilm

Um sich nun dem Königstein unauffällig nähern zu können, schlossen Dig und Dag mit dem Gommandanten die Wette ab, den ollen Mimerich trotz erhöhter Sicherheitsstufe alsbald wieder herauszuhauen. Mehrere Sekunden hirnten sie an einer Lösung, wie der Zugang zum Felsklotz am besten zu bewerkstelligen sei. Die Digedags vermissten schmerzlich den bei maltesischen Festungen üblichen Außenaufzug.

Sodann erwogen sie, den 152 Meter tiefen Brunnenschacht zu erklimmen, erinnerten sich jedoch noch rechtzeitig ihrer latenten Akrophobie.

So blieb ihnen nur der Angriff aus der Luft. Dafür wurde die Vergnügungssucht des Geenichs instrumentalisiert. Die Digedags redeten ihm ein, der neueste Trend an europäischen Höfen wäre eine schicke Kreuzfahrt zum Fuße der Festung Königstein. Das zog. Dort angekommen, bastelten sich die beiden ungehindert aus Königstuhl, Wanzenplane und jeder Menge heißer Luft eine balloneske Riesenblase und stiegen in höhere Sphären auf.

Da eine vernünftige Kamera noch nicht serienreif war, wollten Dig und Dag die Festungsumrisse in Draufsicht auf ihr Klemmbrett krakeln. Leider raubte eine verhaltensgestörte Krähe der Gattung Corax Exosus Inflatus den einzigen Griffel. Daraufhin resignierten die Digedags und stürzten sich vom baumelnden Gestühl in die Tiefe. Sie landeten günstig nach wenigen Metern auf dem Festungsplateau. Hofgänger Mimerich hechtete geistesgegenwärtig beiseite, um Schlimmeres zu verhindern. Zwei Vollzugsbedienstete milderten den Aufschlag der Digedags. Glücklicherweise erfuhr der Geenich den wahren Zweck der Übung nicht, begnadigte Mimerich trotzdem und ließ die Digedags ungeschoren. Sie stiegen traurig in den Dresdener Fürstenzug und fuhren nach Hause.

Für diese schöne Geschichte kochte ihnen Meister Schmor leckere Buchstabensuppe mit ganz vielen "D"s.
Präsentiert von Mosafilm - mit freundlicher Genehmigung von Roland Kern (Text) und Frank Nietsch (Variantcover).